Historie

1907 hatte Bad Homburg die Weichen neu gestellt, um den mit der Eisenbahn anreisenden Kurgästen aus aller Welt einen repräsentativen Empfang bereiten zu können. Der „Alte Bahnhof“, bereits 1860 an der Louisenstraße eröffnet, entsprach nicht mehr dem wachsenden Besucheraufkommen und den Ansprüchen der illustren Gästeschar. Homburg vor der Höhe war zu einem internationalen Mode- und Fürstenbad aufgestiegen.

Also wurde auf der „grünen Wiese“ neu gebaut. Etwas außerhalb der Stadt entstand der „Zentralbahnhof“ im Stil der wilhelminischen Neorenaissance. Dieser war typisch für die Zeit um die vorige Jahrhundertwende, fand in Homburg aber eine Ausprägung der besonderen Art. Kaiser Wilhelm II. wirkte an der Planung des Bahnhofs mit und äußerte präzise Wünsche. Der Kaiser weilte gern und oft in Homburg, wo er mit seiner Familie im Landgrafenschloss residierte. Natürlich kam er mit dem kaiserlichen Sonderzug. Deshalb wurde nur einige Schritte vom großen Empfangsgebäude entfernt der Fürstenbahnhof errichtet, in dem Wilhelm II. und ebenso seine gekrönten und hochadeligen Besucher aus vielen Ländern der Erde mit fürstlichen Ehren empfangen werden konnten. Der ebenfalls neobarocke Bau gehört noch heute zum denkmalgeschützten Ensemble des Bahnhofs.

Hundert Jahre nach der Einweihung stellte Bad Homburg wieder die Weichen neu. Die Stadt erwarb ihr „Eingangstor“ von der Deutschen Bahn AG für eine knappe Million Euro und holte es aus dem Aschenputtel-Dasein heraus. Die neugegründete „Bahnhof GmbH Bad Homburg v.d.Höhe“ sanierte und entkernte das Bauwerk. In den 1960er und 1970er Jahren gemauerte Einbauten wurden durch viel Glas ersetzt, so dass den Besucher jetzt ein lichtdurchflutetes Ambiente empfängt. An den westlichen Flügel Richtung Fürstenbahnhof wurde ein großer Wintergarten angefügt. Er, der in der Region einmalige Kulturspeicher unter dem Dach des Empfangsgebäudes und die Gastronomie stehen für das neue Konzept des Bahnhofs: Nicht nur die Verkehrsinfrastruktur zu verbessern, sondern als „Kulturbahnhof Bad Homburg“ attraktiver und lebendiger Veranstaltungsort zu sein.